Ab dem Alter von 50, wenn kein erhöhtes Risiko vorliegt. Die Krankenkasse zahlt ab diesem Alter einen Stuhltest, mit dem sich versteckte Spuren von Blut im Stuhl erkennen lassen. Diese können ein Anzeichen für Polypen oder ein Karzinom sein. Ab dem Alter von 55 Jahren haben Sie Anspruch auf eine Darmspiegelung. Mit dieser lassen sich gutartige Vorstufen von Darmkrebs erkennen und entfernen. Ein bereits vorhandener Krebs wird bei der Vorsorgedarmspiegelung mehrheitlich so früh erkannt, dass er komplett geheilt werden kann.

Wenn aufgrund von Darmkrebs in der Familie oder einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung ein erhöhtes Risiko vorliegt, sollten Sie wesentlich früher, bei Darmkrebs in der Familie spätestens mit 40 bis 45 Jahren eine Darmspiegelung machen. Ob Sie ein erhöhtes Risiko haben, erfahren Sie hier.

Es empfiehlt sich, bei allen länger anhaltenden Beschwerden und Unregelmäßigkeiten des Verdauungstrakts einen Arzt aufzusuchen. Der Facharzt für Untersuchungen des Verdauungstrakts ist der Gastroenterologe. Er wird mit Ihnen zusammen entscheiden, welche Untersuchungen zur Abklärung Ihrer Beschwerden gemacht werden sollten.
Symptome, die die Durchführung einer Darmspiegelung notwendig machen, sind zum Beispiel:

  • Sichtbares Blut im Stuhl
  • Auffällige Veränderungen der Stuhlgewohnheiten wie zum Beispiel Durchfall und Verstopfung im Wechsel
  • Anhaltende Schmerzen im Bauchbereich

Wenn Sie einen Test auf verstecktes Blut im Stuhl gemacht haben und dieser positiv war, muss zur Abklärung der Ursache auf jeden Fall eine Darmspiegelung durchgeführt werden.

Einen Fragebogen, der Ihnen hilft festzustellen, ob in Ihrer Familie ein erhöhtes Darmkrebsrisiko vorliegt, finden Sie hier.
Bei etwa 30 Prozent der Darmkrebserkrankungen sind Darmkarzinome und Darmpolypen bereits bei anderen Familienmitgliedern aufgetreten. Dies bedeutet für alle direkten Verwandten der Betroffenen – das sind Eltern, Geschwister und Kinder -, dass sie ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs haben. Nur ein direkter Verwandter mit Darmkrebs erhöht das eigene Risiko für die Entwicklung dieser Erkrankung um das Zwei- bis Dreifache. Wenn Sie familiär belastet sind, sollten Sie frühzeitig eine Darmspiegelung durchführen lassen. Ein Stuhltest ist dann auf jeden Fall nicht zu empfehlen, weil sich damit nicht alle vorhandenen Polypen und Karzinome erkennen lassen.
Den jährlichen Stuhltest, der Ihnen ab dem Alter von 50 Jahren als gesetzliche Leistung zusteht, erhalten Sie bei Ärzten, die Vorsorgeuntersuchungen machen, also beim Hausarzt, Gynäkologen und Urologen. Die Darmspiegelung wird vom Gastroenterologen durchgeführt. Dieser muss sich für die Durchführung der Darmspiegelung zertifizieren lassen. Eine bundesweite Arztsuche für zertifizierte Gastroenterologen in Wohnortnähe finden Sie HIER.
Da das Vorwärtsschieben des Endoskops als unangenehm empfunden werden kann, wird der Arzt Ihnen eine Injektion anbieten, mit der Sie in einen kurzen Dämmerschlaf versetzt werden. Sie werden die Untersuchung dann im wahrsten Sinn des Wortes verschlafen. Die gesamte Untersuchung dauert nicht länger als 20 Minuten.
Der Test auf verstecktes Blut im Stuhl, bietet keine Sicherheit, dass sich in Ihrem Darm nicht evtl. doch ein Karzinom oder Polypen gebildet haben. In dem Test finden sich nur dann Blutspuren, wenn vorhandene Tumore und Polypen gerade bluten, was diese aber nicht immer tun. Aus diesem Grund wird auch empfohlen, den Test jedes Jahr zu wiederholen. War ein Test positiv, muss die Ursache unbedingt durch eine Darmspiegelung abgeklärt werden. Diese ist die effektivste Vorsorgemethode, da sich mit ihr bereits die gutartigen Vorstufen von Darmkrebs (Polypen) erkennen lassen. Durch Entfernung der Vorstufen wird verhindert, dass die Polypen später zu Krebs entarten.
In der Hand eines erfahrenen Arztes ist die Darmspiegelung eine sehr sichere und schonende Untersuchungsmethode. Zu Komplikationen kommt es nur in Ausnahmefällen.
Die Vorbereitung des Darms auf die Darmspiegelung wird von vielen Patienten als der unangenehmste Teil der Untersuchung empfunden. Eine sorgfältige Vorbereitung und Sauberspülung des Darms ist aber Voraussetzung für eine erfolgreiche Spiegelung, da der Untersucher sonst leicht vorhandene Polypen und Karzinome übersehen kann. Die Spüllösung umfasst zwei Liter. Um den Flüssigkeitsverlust durch das Abführen auszugleichen, sollten Sie zusätzlich ein bis zwei Liter klare Flüssigkeit, am besten stilles Wasser, trinken.
Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 gehören zu einer Personengruppe, die gegenüber der Normalbevölkerung ein erhöhtes Risiko für eine Darmkrebserkrankung hat. Darmkarzinome und Polypen treten bei ihnen häufiger auf und wachsen schneller. Zur Abklärung des Risikos empfehlen Experten Personen mit Typ 2 Diabetes deshalb vor Beginn einer Insulintherapie die Durchführung einer Darmspiegelung.
Im Normalfall reichen die Empfehlungen der gesetzlichen Krankenkassen aus: erste Vorsorgedarmspiegelung ab dem Alter von 55 Jahren, bei befundloser Darmspiegelung eine Wiederholung nach 10 Jahren. Anders ist es im Fall eines erhöhten Risikos. Hier gelten individuelle Empfehlungen, die Sie mit Ihrem Arzt besprechen sollten.
Ohne die Dämmerschlafspritze ist man nach einer Darmspiegelung voll arbeitsfähig. Wenn Sie hingegen die angebotene Kurznarkose in Anspruch nehmen, sind Sie danach nicht sofort wieder arbeitsfähig. Sie dürfen auch nicht Auto fahren und werden gebeten, sich möglichst von einer Begleitperson in der Praxis abholen zu lassen.
Die bei der Darmspiegelung erkannten Polypen werden während der Untersuchung entfernt. Der Darm ist schmerzunempfindlich, so dass die Prozedur keine Schmerzen verursacht. Über den Arbeitskanal des Endoskops wird eine feine Drahtschlinge vorangeschoben, um den Polypen gelegt und zugezogen. Für einen kurzen Moment wird dabei ein Hochfrequenz-Strom durch die Drahtschlinge geleitet. Durch die Hitzeeinwirkung wird der Polyp abgeschnitten und die Blutgefäße werden verschlossen. Der abgeschnittene Polyp wird dann zusammen mit dem Endoskop aus dem Darm herausgezogen. Anschließend wird der Polyp zur feingeweblichen Untersuchung ins Labor geschickt. Dort wird analysiert, ob bereits Krebszellen vorhanden waren und ob der Polyp vollständig entfernt werden konnte.
Da die Vorsorgedarmspiegelung eine gesetzliche Leistung ist, entstehen Ihnen keine Kosten. Sie haben auf diese Untersuchung ab dem 56. Lebensjahr Anspruch und können sie nach 10 Jahren kostenfrei wiederholen. Wenn Sie eine Vorsorgedarmspiegelung vor dem Alter von 55 Jahren durchführen lassen möchten und kein familiär erhöhtes Risiko haben, müssen Sie mit Kosten von ca. 330 € rechnen.
Die virtuelle Darmspiegelung ist eine "Darmspiegelung von außen". Mit Hilfe eines Computertomographen (CT) werden Schichtaufnahmen vom Bauchraum erstellt, die mit einem 3D-Computerprogramm in ein räumliches Bild vom Darminneren umgewandelt werden. Der Arzt kann dann auf dem Bildschirm die Darmwand auf Veränderungen untersuchen. Wichtig für die Genauigkeit der Bilder ist, dass der Darm vor der Untersuchung komplett gereinigt wurde. Die virtuelle Darmspiegelung erkennt Karzinome und größere Polypen mit ähnlicher Genauigkeit wie die normale Darmspiegelung, ist aber mit einer Strahlenbelastung verbunden und wird deshalb gegenwärtig hauptsächlich solchen Patienten empfohlen, bei denen eine normale Darmspiegelung nicht möglich ist. Die Krankenkassen übernehmen auch nur in solchen Fällen die Kosten der Untersuchung.
Der Bluttest ist eine Neuentwicklung. Ein erster Test hat es inzwischen zur Marktreife gebracht. Er funktioniert so, dass beim Arzt eine Blutprobe entnommen und an ein auf diese Untersuchung spezialisiertes Labor geschickt wird. Dieses weist dann gegebenenfalls mit Darmkrebs assoziierte Biomarker nach. Das Testergebnis gibt darüber Auskunft, ob bei Ihnen gegenwärtig ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs vorliegt oder nicht. Das regelmäßige Wiederholen dieser Untersuchung ermöglicht es, das Risiko zu überwachen und eventuelle Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Es gibt auch die Möglichkeit, eine Blutprobe direkt in einem auf diese Untersuchung spezialisierten Diagnostiklabor abzugeben und sich das Ergebnis an seine Adresse nach Hause schicken zu lassen. Die Kosten für den Test belaufen sich auf ca. 150-160€.
Die Kapselendoskopie ist ein neues Verfahren zur Darmkrebsvorsorge, das sich gegenwärtig noch in der Erprobungsphase befindet. Die Kapsel ist zum Schlucken in Pillenform und mit zwei winzigen Kameraaugen ausgestattet. Diese senden Bilder aus dem Darm an ein Aufzeichnungsgerät, das der Patient am Körper trägt. Er kann sich, während die Kapsel 50.000 bis 60.000 Bilder aus dem Darm sendet, frei bewegen und muss das Ende der Reise der Kapsel durch den Darm nicht in der Arztpraxis abwarten. Jede Kapsel wird nur ein einziges Mal verwendet. Die Krankenkassen bezahlen gegenwärtig nur eine Kapseluntersuchung des Dünndarms, nicht aber des Dickdarms. Da die Kapselendoskopie noch kein etabliertes Verfahren ist, ist der Preis noch sehr hoch.